Luftsportverein Neuwied e.V.

"Unser Flugplatz" Dierdorf-Wienau

Welcher Verein verfügt schon über einen eigenen Sportplatz? Der LSV Neuwied jedenfalls hat einen eigenen, den Flugplatz Dierdorf-Wienau. Schaffen musste er ihn allerdings selbst.


2014 besteht der Sonderlandeplatz Dierdorf-Wienau seit 43 Jahren. MIt dem Bau begonnen wurde schon viel früher. Der Pachtvertrag für das Gelände datiert bereits aus dem Jahr 1967. Aber bis zum ersten Mal in Wienau geflogen werden konnte, musste ein kleines Wäldchen gerodet werden und waren eine Unmenge an Erdarbeiten notwendig. Alles geschah in Eigenleistung - unterstützt mit Mitteln aus dem goldenen Plan.


Rechtlich gesehen ist der Sonderlandeplatz Dierdorf-Wienau heute eine öffentliche Verkehrseinrichtung wie eine Straße oder eine Bahnstrasse. Er wird aber unterhalten und betrieben vom Luftsportverein Neuwied, also privat. Im Vergleich mit anderen Verkehrseinrichtungen ist eine geradezu avantgardistische Konstruktion. Als Sportverein ist der LSV Neuwied natürlich vor allem an einer luftsportlichen Nutzung interessiert.


Dass der Flugplatz Dierdorf-Wienau ein ausgezeichneter Startplatz zu erlebnisreichen Flügen ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Segelflieger-Gruppen aus den Niederlanden, aus Ungarn und Süddeutschland haben hier schon ihre Ferienlager verbracht. Für den Luftsport Rheinland-Pfalz war Dierdorf-Wienau bereits mehrfach Basis für seine Segelflug-Lehrgänge. Einmal war er Schauplatz einer deutschen Motor-Kunstflugmeisterschaft und die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft der Junioren.

Der Wienauer Flugplatz war sogar einmal Fernsehstar. Edgar Reitz drehte hier für die Fernsehserie "Heimat", die eigentlich im Hunsrück spielt, die Flugaufnahmen.

Die umfangreichen Unterhaltungs- und Betriebsarbeiten werden fast ausschliesslich ehrenamtlich von den Mitgliedern geleistet (siehe auch Werkstatt). Die Grasflächen kurz zu halten, helfen zum Teil Schafherden. Ein großes Areal muss aus Sicherheitsgründen aber oft gemäht werden. Hier setzt Mike Widerstein seine Schafherde ein.


Rund 15 Hektar ist die Fläche groß, die in Ordnung gehalten werden muss. Das geschieht auch unter ökologischen Gesiditspunkten, so wird die Fläche seit nunmehr drei Jahrzehnten nicht mehr künstlich gedüngt und bleibt weitgehend sich selbst überlassen. Im Vergleich zur Gesamtfäche machen Rollwege und Startbahn mit ihren asphaltierten Flächen nur einen kleinen Teil aus. Diese Befestigung ist allerdings notwendig, denn die Geländeoberfäche ist von November bis März durch den Ton- und Lehmuntergrund so nass, dass in dieser Zeit eine Nutzung ohne die asphaltierten Rollwege und die Start- und Landebahn nicht möglich wäre. Die Segelfieger in Montabaur nutzen diesen Vorteil immer wieder gerne - insbesondere im Frühjahr, wenn die ersten guten Wetterlagen große Streckenfüge möglich machen, aber die eigenen Grasplätze noch nicht genutzt werden können. Dann sind sie Gast in Wienau.

Gefogen wird hauptsächlich an den Wochenenden und Feiertagen, in der Freizeit eben. Die Segelflieger starten an der Winde und zum Teil im Schlepp hinter Motorflugzeugen. Bei 970 m Windenseil werden rund 350 m Starthöhe erreicht. Im Notorflugbetrieb wird die Geräuschemissionen durch geschickte Anlage der Abfugwege der vorgeschriebenen Platzrunde so gering wie möglich gehalten.