Luftsportverein Neuwied e.V.

Das eigene Flugzeug selber bauen

Auspacken, Teile zusammenfügen, fiegen so könnte man sich den Aufbau eines Flugzeugs aus einem Baukasten vorstellen. Jürgen Drumm im LSV Neuwied hat sich den Traum verwirklicht - auch wenn die Realität alles andere als so einfach war.

Inzwischen fliegt der Ingenieur schon 20 Jahre mit seiner 160 PS starken RV-6A. Von der Vereinigung der Amateurflugzeugbauer OUV wurde sie mit dem Preis für die beste Bauausführmg prämiert. Im Bordbuch sind inzwischen 700 Flugstunden bei 1400 Starts/Landungen verzeichnet - sie stehen für jede Menge Flugspaß.

Der Gedanke, mit einem Baukasten möglichst preiswert an ein eigenes Flugzeug zu kommen, war für Jürgen Drumm kein Beweggrund für den Eigenbau. Den Aufwand für seine RV-6A beziffert er mit rund 50.000 Euro, ohne dabei die Arbeit (3000 Stunden), Telefon-/ Faxgebühren, Fracht und all die vielen anderen Kleinigkeiten dazuzurechnen, die sich am Ende ganz schön summieren.

Den Maschinenbau-Ingenieur hatte immer schon gereizt, selbst einmal ein Flugzeug zu bauen. Der Ehrgeiz des Ingenieurs ging aber nicht so weit, dass er sein Flugzeug auch selbst konstruieren wollte.

Er setzte auf eine bewährte Konstruktion, wie sie gerade in den USA mit Plänen, Material und einigen vorgefertigten Teilen von renommierten Herstellem angeboten werden. Gelegenheit, eigenen Grips einzubringen, gab's genug.

Jürgen Drumm hat sid1 für die RV-6A des amerikanischen Konstrukteurs Richard van Grunsven begeistert - eine Metallkonstruktion mit zwei geräumigen Sitzplätzen in Nebeneinanderanordnung und großem Gepäckraum. Sie ist kurzstart- und -landefähig, recht schnell unterwegs (Reisegeschwindigkeit 290 km/h) und obendrein kunstflugtauglich. Ein solides, alltagstaugliches und trotzdem spritziges, begeistemdes Flugzeug. 

Jürgen Drumms Tipp für Nachahmer: „Es ist ganz wichtig, gerade am Anfang schnell etwas Vorzeigbares vorweisen zu können.“ Das motiviert nicht nur den Flugzeugbauer selbst, es machit es auch leichter, in der Familie für Verständnis für die zeitaufwändige Arbeit zu werben. Verwandten und Bekannten kann so eine Absage gemeinsamer Unternehmungen eher erklärt werden. Man ist nicht gleich der abgedrehte Bastler, der sich in seiner Werkstatt vergräbt.

Später - Jahre später - kann man dann alle einmal auf Luftreisen mitnehmen und zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.