Luftsportverein Neuwied e.V.

Das Rennen um den Barron-Hilton-Cup - Eine knappe Entscheidung

Barron-Hilton-Cup: Die besonders heiß begehrte Siegprämie dieses Streckensegelflug- Wettbewerbs ist eine Einladung auf die Ranch des Hotelkönigs nach Nevada, USA - einem Paradies zum Segelfliegen. Roland Almon und Ingo Schulz vom Luftsportverein Neuwied ergatterten sich das begehrte Ticket mit einem Doppelsitzerflug über ein 792 km großes Dreieck. Der Wettlauf mit den Konkurrenten war spannend wie ein Krimi. Roland Almon erzählt. 
April. Seit mehreren Wochen ist es ungewöhnlich trocken. Am Sonntag, 20. April, zieht eine schwache Kaltfront durch und sorgt für einige Schneeschauer. Das Hochdruckgebiet baut sich auf und bringt unser Wetter. Die Wendepunkte Mengerlnghausen und Kell haben wir bereits im Winter festgelegt. Mit Burg Feuerstein sind das 792 Kilometer. 840 Kilometer um die Wende Pegnitz sind uns zu viel.


Schließlich hat bisher noch kein Doppelsitzer mit 20 m Spannweite im Barron-Hilton-Cup (BHC) über 750 Kilometer geflogen. Ingo und ich starten um 9:16 Uhr. 30 Minuten später haben wir den ersten Aufwind mitgenommen und sind bei Betzdorf. Ich schalte auf die Betzdorfer Frequenz und melde mich. Jochen Kuhlmann sitzt dort im Duo Discus und fragt, was wir vorhaben. „Etwas über 700“, sage ich, „und du?“ „800“, sagt Jochen. Sd1.... Ich schalte wieder um. N0d1 sind 750 km zu fliegen, und geschafft haben Jochen und wir es noch nicht.


Um 11:30 Uhr erreichen wir unsere erste Wende mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106 kmlh. Das Wetter ist einfach nur gut. Um 13:05 Uhr sind wir über Burg Feuerstein in der Fränkischen Schweiz. 100 kml h schnell sind wir bis hier. 
 Jetzt bin ich wieder mit Fliegen dran und jage den Janus unter einer Wolkenstraße fast ohne Kreis bis Mainbullau im Odenwald. 140 Kilometer in einer Stunde! Vorfliegen mit 200 km/h. Kommt der Aufwind, ziehe ich kräftig hoch. Oben angekommen, drücke ich, bis 200 km/h anliegen.  Jetzt ist Ingo wieder dran. Durch den Odenwald und das Rheintal ist es nicht mehr ganz so einfach. Nach 2 Stunden 40 Minuten erreidien wir unsere Wende Kell im Hunsrück. Auf dem letzten Schenkel unseres Dreiecks liegen die Wolken 20 Kilometer neben unserem Kurs. Umweg fliegen? Das lohnt sich nur ganz selten. Wir fliegen genau Kurs durchs Blaue, und über dem Flughafen Hahn erreichen wir wieder eine Wolke. Bis 2450 Meter geht es hoch, und unser Endanflug ist sicher.


Ich rufe beim Abflug die Betzdorfer Konkurrenz. Jochen steigt gerade unten in unseren letzten Bart ein. „792 Kilometer haben wir genau. Und du?“ „811“, kommt zurück. Hecktisches Rechnen beginnt, aber es nützt nichts. Wir haben gegen den leistungsstärkeren Duo Discus sechs Kilometer zu wenig.


Wir landen um 18:25 Uhr. Im Schnitt haben wird pro Stunde 98 Kilometer zurückgelegt. Trotzdem haben wir das Rennen verloren. Das Ticket zur Flying-M-Ranch von Barron Hilton ist wieder weit weg gerückt.


Zwei Tage später ist der nächste Tieffausläufer durch. Es ist weiterhin sehr trocken, und es gibt wieder Hammerwetter. Da Ingo unbedingt zur Uni muss, fliege ich meinen Astir. Ingo steht mir noch als Sportzeuge zur Verfügung und hilft mir beim Start. Die Wenden heißen Mengeringhausen, Burg Feuerstein und Nonnweiler.